Auf den Spuren des Heerführers Mansfeld

von Sandra Fuhrmann

Er wird geliebt von Joggern, Familien und Urlaubern – der Emder Wall, der nun 400 Jahre alt wird. Doch kaum jemand weiß genau, wie bedeutsam er für die Emder war. Der Wall diente zur Verteidigung und war somit der Schutz für die Emder Bevölkerung. Heute ist er eine wunderschöne Grünanlage und bietet Raum für viele Freizeitaktivitäten.

Die erste und größte Bewährungsprobe hatte der Wall während des 30-jährigen Krieges, als Ostfriesland von den Truppen des protestantischen Heerführers, Ernst von Mansfeld, als Ruhe- und Rückzugsraum genutzt wurde. Seine Soldaten plünderten, mordeten und zerstörten alles um sich herum. Am Ende dieser schlimmen Zeit standen nur noch 15% der Häuser und 20% der Menschen in Ostfrieslands überlebten.

Damals fanden die meisten Menschen das Handeln der Söldner unmoralisch. Doch jeder musste um sein Leben kämpfen. Lebensmittel waren knapp und die Menschen litten unter ständiger Todesangst. Die Soldaten plünderten, mordeten und vergewaltigten Frauen.

Die Emder wollten dies nicht länger hinnehmen und beschlossen, sich an dem Heerführer zu rächen, indem sie seine Schiffe kaperten. Die erbeuteten Geschütze stellten die Emder für Verteidigungszwecke auf den Wall. Dieser verhinderte, dass die Truppen von Mansfeld auch Emden eroberten, obwohl die Dörfer der Umgebung, wie Borssum, Uphusen, Wolthusen, Hinte und Larrelt von den Soldaten besetzt wurden. Am 12. Januar 1624 zog Mansfeld dann mit seinen Soldaten ab.

Zur selben Zeit wütete die Pest in Ostfriesland. Doch auch hier blieben weite Teile der Emder Bevölkerung verschont, denn der Emder Wall isolierte große Teile der Bürger und die Krankheit konnte sich nicht ausbreiten.

Wer einmal in die Zeit von „Mansfeld“ eintauchen möchte, kann sich ab dem 2. September auf dem Emder Wall, bei der Johanna Mühle das Theaterstück „Mansfeld“ ansehen, zu dem es noch Restkarten gibt.

Kartenvorverkauf: Emder Zeitung und Kulturbüro in der Großen Straße.

Vorstellungen: 02.-07. September, 09-11. September, 13.-14. September, jeweils um 21.00 Uhr

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